Die eigene Positionalität im Blick
Es war ruhiger hier in letzter Zeit, da ich fleißig im Hintergrund gearbeitet habe…
Seit Anfang des Jahres bin ich Teil der Lebens- und Sozialberatungsausbildung – Lehrgang Psychosoziale Beratung bei der SteiGLS Akademie in Graz. Ich konnte – nach Monaten der Frustration, Versuche, Mühen, geschlossenen Türen – dort quereinsteigen und das Vorwissen, welches ich mir in vielen Jahren Prozessarbeitsstudium in London aufgebaut habe, einbringen.
Nun, nach vielen vollen Monaten, in denen sich Seminare, Gruppensupervision und Arbeit mit Klient*innen abgewechselt haben, stehe ich kurz vor dem Abschluss.
Nun, nach vielen vollen Monaten, in denen sich Seminare, Gruppensupervision und Arbeit mit Klient*innen abgewechselt haben, stehe ich kurz vor dem Abschluss.
Anfang September konnte ich nach vielen intensiven Wochen und unzähligen Stunden abends und an Wochenenden meine Diplomarbeit einreichen. Das ist nicht nur ein großer Schritt in Richtung Ende meiner Ausbildung, sondern für mich auch ein Moment der Freude, da ich über ein Thema schreiben konnte, mit dem ich mich auf unterschiedliche Weise seit fast zehn Jahren beschäftige:
Die eigene Positionalität im Blick
Wie können weiße Berater*innen (die in der Beratung und Psychotherapie immer noch die Mehrheit darstellen) besser mit Menschen of Colour arbeiten? Was müssen wir über unsere Position, unseren Status und Werte, Machtdynamiken und die rassistischen Systeme, in denen wir agieren, wissen, um diese Strukturen und Dynamiken nicht unbewusst zu reproduzieren, sondern unsere Klient*innen tatsächlich unterstützen zu können, ohne ihnen zu schaden?
Selbstreflexion und die aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Positionalität als weiße Berater*innen können die therapeutische Beziehung und die Beratung verbessern, da die Schwierigkeiten der Klient*innen nie rein individuell, sondern immer in umfassendere soziale Strukturen und Machtverhältnisse eingebettet sind.
Mit meiner Arbeit möchte ich weiße Berater*innen dazu anregen, sich intensiv und mitfühlend mit ihrer eigenen Rolle bei der Reproduktion rassistischer Strukturen auseinanderzusetzen und dabei den Fokus auf Bewusstsein statt auf Scham zu legen.
Diese Arbeit ist das Zusammenführen jahrelanger Auseinandersetzung mit dem Thema und wird zukünftig die Grundlage für Seminare, Fortbildungen und Selbsterfahrungsgruppen bilden.
Wenn du mehr erfahren möchtest, schreib mir gern!